Rockharz 2026
Für mich war es mein drittes Rockharz und so langsam fühlt es sich wie ein zweites zuhause an.
Es ist für mich das größte Festival was ich je besuchen werde und das auch gerne tue.
Ich bin absolut kein Fan von zu großen Veranstaltungen: erstens viel zu viele Menschen, zu unübersichtlich und der wichtigste Grund: bei mir ist oft direkt komplett der Ofen aus (meltdown, komplette Überforderung etc..)
Das Rockharz bietet mir viele wichtige sichere Punkte, damit ich die Situation meistern kann:
zwei Bühnen, die direkt nebeneinander stehen. Also kann ich jede Band sehen, wenn ich will. Notfalls kann ich sie einfach auch nur hören, wenn ich mich irgendwo ausruhe.
Das Rockharz hat Rückzugsmöglichkeiten. Vor allem finde ich es super, dass es weiter weg ein Zelt gibt, wo man hin kann, welches sich im Inklusionscamp befindet. Übrigens gibt es dort auch die tollen Sonnenblumenbuttons (dazu später mehr).






Nach dem dritten Rockharz kann ich wirklich fest behaupten, was für eine tolle Community dieses Festival hat.
Ich hab in den drei Jahren wirklich so viele neue Menschen kennen lernen dürfen. Das will schon was heißen.
Und so langsam taue ich auch immer mehr auf.
Ich gehöre zu den stark introvertierten Personen, aber auf dem Rockharz sind wirklich nahezu alle Menschen nicht nur super freundlich, man wird angesprochen und ist Teil des Ganzen.
Das war und ist immer noch super ungewohnt für mich, allerdings ein wunderbares Gefühl.
Auf dem Rockharz darf man einfach so sein wie man ist und es stört wirklich keinen.
Spaß steht hier absolut im Vordergrund



Auch dieses Jahr gab es auf dem Rockharzgelände acht Hochzeiten.
Ich habe mir diesmal die Zeit genommen und war bei einer dabei, meine Neugier musste einfach befriedigt werden.
Im Infield vor dem Festivalgelände gibt es einen kleinen Bereich für die Hochzeiten und wirklich jeder kann dieser beiwohnen.
Kommen wir zu einem sehr wichtigem Thema und ich schätze dafür das Rockharz sehr.
Das Rockharz setzt sich außergewöhnlich für das Thema Inklusion ein.
Es ist wirklich irre, was hier alles getan wird!
In diesem Jahr waren 500 Besucher mit Behinderungen und Begleitpersonen auf dem Festival.
Außerdem gibt es eine für Menschen mit Sehbinderun konzipierte Kompass App,
welche u. a. eine Turn-by-Turn-Navigation über das Festivalgelände zu nahezu allen POIs, Essens- und Getränkeständen bereitstellt und dabei auch weiterführende Infos wie Preise, Running Order und Autogrammstunden bietet .






Ich hab auch dieses Jahr wieder den Sonnenblumenbutton getragen, dazu kam, dass ich mich aber auch getraute habe mit meinem Schlüsselband (offizielles Hidden Disabilities Schlüsselband) und einem weiteren Bändchen (offizielles Hoidden Disabilities Sunflower Bändchen), welches man an Taschen und co hängen kann, zu tragen.
Was wirklich irre war, dass mich echt furchtbar viele Menschen drauf angesprochen haben.
Irgendwie gab es mir etwas furchtbar sinnvolles diese Personen aufzuklären (vielleicht sollte ich mal Flyer basteln oder sowas). Und ich hab wundervolle Reaktionen bekommen und ganz viel Sicherheit. Ich kann sagen, ich hab mich noch nie so wohl gefühlt und ich komme immer mehr an.
Ich kann heir einfach ich sein. Oft ist bei mir Freitag schon die Energie weg, weil dieses lange Festival wirklich eine Herausforderung für mich ist (viele Reize, Eindrücke etc).
Und ich ziehe immer kompett bis Samstag durch und wenn ich dann wie so ein halber Zombie übers Gelände schleiche, ich hab doch immer ein Lächeln auf den Lippen. Und dieses Lächeln zieht sich bis ganz tief in meine Seele. Glückliche erschöpfung ist was wirklich seeeeehr seltenenes, aber super zufriedendes Gefühl.
Ich bin super Dankbar, dass ich jedes Jahr die Chance habe und das Rockharz erleben kann und darf.
Mein absolutes Highlight war der Freitag. Ich wollte eigentlich nur während das letzte Konzert noch lief das Konzertgelände verlassen. Die Betonung liegt auf eigentlich. Ich wurde nämlich auf meinen Weg zum Parkplätz plötzlich einfach liebevoll von der anderen Seite des Zaunes von einem Camp angepöbelt. Ein Schild „Pöbeln Deluxe“ mit extra beleuchtung, war ja schließlich schon dunkel, zierte den Platz. Ich konnte nicht anders als stehen zu bleiben und mir das ganze geben. Man bekam daraufhin sogar ne Belohnung in Form von in Alkohol getränkten Kirschen und es gab sogar ein Stück Wassermelone. Daraufhin besuchte ich das Camp doch mal direkt und wirklich ich hatte super viel Spaß mit der Truppe. Zum ersten mal habe ich so etwas erlebt und es war schön mal eine Truppe vom Camp kennen zu lernen und so offen empfangen zu werden. Danke für die witzig Aktion!
Campname von der Truppe war Headbangerz mit Biernot.



















Ich freue mich jetzt schon wahnsinnig auf 2027!
Und ich freue mich darauf, noch mehr mich zu entfalten, mehr zu entdecken und das ich dieses große Festival erleben kann.
Hie rin diesem tollen Festivalfilm könnt ihr einen großartigen Einblick gewinnen:
Übrigens ist das Rockharz 2027 ausverkauft.
Also bis nächstes Jahr an der Teufelsmauer!

Credits: Alle Fotos by Lisa Berg, Visualsounds (https://visualsound.media/)


