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Interview: Aeverium

Hi ich bin Marcel Römer, auch „Chubby“ genannt, von der Alternative/Melodic Metal Band AEVERIUM.
Ich komme aus dem wunderschönen Brüggen am Niederrhein, die Band an sich hat ihren „Hauptsitz“ im Kreis Viersen. Die Mitglieder der Band kommen aber aus unterschiedlichen Gegenden, von Köln, über Mönchengladbach, den Niederlanden bis zum Bodensee.

Oh Gott, jetzt merke ich erst wie alt ich bin 😀 Tatsächlich gings in den 80ern schon los, dass ich die Musik so aufgesaugt habe, dass ich immer Rockstar werden wollte. Das erste Mal hatte ich 1987 Stöcke in der Hand, 1988 dann aktiv das Trommeln gelernt. 1992 kam der erste öffentliche Gig mit meiner ersten Band…huijuijui, lange ist es her!

 Tatsächlich gab es eine Zeit, wo ich damit das meiste Geld verdient habe, aber das war das „Zeitalter vor Corona“…Diese schlimme Zeit hat vieles zerstört, es konnte nicht mehr aufgetreten werden, keine Lehrtätigkeit mehr, viele Einnahmen gingen flöten. Einen soliden Job hatte ich schon immer, allerdings mit anderer Gewichtung. Hier und heute arbeite ich tatsächlich wieder in Vollzeit als Sozialarbeiter im Betreuten Wohnen und die Musik wurde auf ein Minimum reduziert, was verträglich mit dem alltäglichen Leben eines Vollzeitjobbers und Vaters ist. Aber ich fühle mich damit gut, auch wenn es das Bandleben, gerade bei AEVERIUM komplett verändert hat.

Bei AEVERIUM erst die Melodie, tatsächlich steht zumeist der Song komplett arrangiert, dann folgt der Gesang. Bei AEVERIUM schreibt bzw. schrieb hauptsächlich unser ehemaliger Gitarrist Michael die Lyrics. Seitdem Michi nicht mehr dabei ist, schreibt unser Keyboarder die Texte, in gemeinsamer Arbeit werden diese dann optimiert. Lediglich „HERZLINIE“ stammt aus meiner Feder, in Zusammenarbeit mit René von der Heldmaschine. Ich habe tatsächlich noch einige Lyrics in der Pipeline, mal sehen ob wir sie noch mal brauchen.

Meine Liebe zur Musik und der Performance. Ich liebe es auf der Bühne zu stehen und mit dem Publikum ne Party zu feiern! Inspiration zu Lyrics sind das bisher Erlebte im Leben, Familie, meine Kids, Freunde, Liebe…Feinde…Schmerz…da kommt einiges zusammen, wenn man einen Text schreibt und es ist wie eine Art Seelen-Striptease oder eben einer guten Therapiestunde.

Meistens tatsächlich dramaturgisch. Ein guter Opener ist dabei immens wichtig.
Das kommt aber tatsächlich auf die Umgebung, der Location oder dem Anlass an.
Spielst du beim M´era Luna, haust du alle Hits raus und fängst nach Möglichkeit auch direkt mit einem an.
Beim Brüggen Open Air z.B. haben wir mehrfach schon gespielt und immer im Ensemble, also Akustisch/Unplugged. Dieses Jahr durften wir laut spielen, fanden es aber passend, mit einer sphärisch-orchestralen Nummer OHNE Schlagzeug und E-Gitarre zu beginnen.
Das war auch eine gute Idee und kam ziemlich gut an. Aktuell spielen wir natürlich viel von unserer aktuellen Platte „The Sectret Door“.
Aber Hits, die immer gut ankamen bisher, bauen wir immer wieder ein.

Ohne Musik, kein Leben. Gefühle, Energie, Liebe, Passion. Ich kann nicht ohne.
Und das Gute ist: Mein Musikgeschmack ist dabei ziemlich mannigfaltig.

Hauptsächlich am Tag viel 80s Pop Musik, ich LIEBE die 80er! Aus dieser Dekade bin ich zB. Riesenfan von A-Ha, Depeche Mode, The Cars, Midge Ure und Ultravox oder auch T´Pau, Bananarama, Cutting Crew und Madonna. Allgemein Bands/Künstler die ich liebe sind zb. Glen Hansard, Queen, Loreena McKennett, Toto und Phil Collins. Gehen wir in den Rock/Metal liebe ich Type-O-Negative, Alter Bridge, Iron Maiden, Within Temptation, Lacuna Coil, Faith No More etc. Ich kann aber auch tatsächlich Peter Maffay, Gregor Meyle oder Annenmaykantereit hören. Also wirklich von hier bis da, ALLES was mich berührt.

Als Sänger natürlich Freddie Mercury und Glen Hansard, die besten Sänger der Welt. Als Band liebe ich die Entwicklung von Bands wie Within Temptation, Queen und Lacuna Coil, da sie immer das gespielt haben, worauf sie Bock hatten und sich stetig entwickelt haben. Aber tatsächlich habe ich mehr Vorbilder in der bekannten Szene, Musiker mit denen ich zb. das Privileg hatte, Musik machen zu dürfen. Dazu gehören zB. Musiker wie Timo Brauwers, die Jungs Heldmaschine, Lord Of The Lost der auch regionale Helden wie mein leider verstorbener Kumpel Tappi.

Das Wlan-fähige Mischpult sowie der Stagerouter….man kann sich easy selber auf der Bühne so mischen, wie man es will. Dazu gehört definitiv auch die Erfindung des In Ear Systems 😀

Schön war das M´era Luna 2022. Hier hatten wir als zweite Band des Tages schon echt viel Publikum und die Reaktionen waren so überwältigend, dass ich auf der Bühne weinen musste.
Auch schön waren sämtliche Konzerte mit Bands wie Heldmaschine, Lord Of The Lost oder Lacuna Coil. Ein schlimmer Moment war für mich, als ich ein Konzert aufgrund von gewalttätigen Leuten im Publikum abbrechen musste…das war aber nicht mit AEVERIUM. Auch schlimm war ein Konzert, welches ich gespielt hatte, kurz nachdem mein Vater starb…ich hatte gemerkt, dass ich da noch nicht soweit war…

Nein, nur ein kurzes Handshaking oder eine dicke Umarmung. Achja, doch! KEIN Alkohol vorher 😀

Ich bin hochemotional….das kann Fluch und Segen zugleich sein.

Ich bin dick genug, man sieht mich immer 😀 Aber…manchmal möchte ich auch nicht gesehen werden…das kommt auf den Kontext dann an, auf die Umgebung, die Menschen…

Hm, da gabs nichts…naja, ok, wir haben mal mit AEVERIUM in einer Kneipe gespielt mit einer „Bühne“ von gefühlt 2×2 Metern, dazu war der Barkeeper ein unfreundliches Stück Sch*****…das war schon seltsam dort 😀

Was bringt dich auf die Palme?

Nazis, die AFD, Unterdrückung, Mobbing, betrunkene, aggressive und penetrante Menschen, Narzissten und Menschen, egal ob auf Konzerten, Clubs, Festivals, die mir bzw. uns mit einer sogenannten „Kompetenzarroganz“ begegnen…schwierig.

Fordern. Sowas beobachte ich häufig in den sozialen Netzwerk, man nennt sowas intern auch „Gönner-Fans“, die mit einer hohen Erwartungshaltung an dich rantreten, nur um unterhalten zu werden.
Da fallen Sätze, wie: “ Wenn ihr dieses mal nicht das oder das tut/Spielt/anzieht/verkauft/ dann habt ihr mich als Fan verloren…“ oder teilweise noch viel schlimmer. Bands gehen sehr häufig auf Wünsche der Fans ein, was völlig legitim ist…aber viele Fans denken, dass sie bereits Teil der Band sind und dürfen sich fordernd und auch „entscheidungskompetent“ äußern.
Das ist aber nicht so, zumindest nicht bei AEVERIUM.

nach dem Gig defintiv Fan-Nah! Ich liebe das auch, auch wenns manchmal anstrengend ist, den Überblick zu bewahren oder mit extrem angetrunkenen Menschen eine Konversation zu führen.
Solange es alles höflich und respektvoll läuft, ist es echt voll schön. Achja, manchmal war ich anschließend auch mal betrunken, aber immer gut gelaunt 😀 Also nichts gegen betrunkene Fans, ich hoffe ihr versteht mich da 😀 Vor dem Gig allerdings eher die Ruhe.

Ehrlich, respektvoll, Musikliebhaber, guter Freund und ein Löwenpapa 🙂

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